Qualitätssicherung / Evaluation

Zur Qualitätssicherung mache ich bei allen Patientinnen und Patienten, die ich neu in Therapie nehme, Fragebögen-Testungen zu unterschiedlichen Aspekten. Diese werden in der Regel jährlich wiederholt, so dass der Effekt der Therapie im Verlauf nachvollzogen werden kann. Durch die unterschiedlichen Aspekte ist es möglich, frühzeitig zu differenzieren, in welchen Bereichen es Verbesserungen gibt, in welchen es stagniert oder sogar Verschlechterungen auftreten. Dies wird mit Patientinnen und Patienten besprochen, so dass zum Beispiel miteinander betrachtet werden kann, welche Themen vielleicht noch nicht genügend in der Therapie bearbeitet worden sind, ob eine medikamentöse Behandlung ergänzend erwogen werden sollte, ob ein Klinikaufenthalt, stationär oder tagesklinisch, in Frage kommt.

Ich nutze in der Regel vier unterschiedliche Fragebögen. Der erste bildet die Symptombelastung unter verschiedenen Aspekten ab, also den Schweregrad von etwa Depression, Angststörung oder Essstörung. Der zweite prüft die Therapeutische Allianz, auch die Passung zwischen Patient und "Therapeutikum", also zur Therapeutin oder der Therapiegruppe. Der dritte fragt die strukturellen Kompetenzen ab, wie gut Sie mit sich und mit Ihrem Umfeld unter verschiedenen Gesichtspunkten zurecht kommen. Und der vierte ist ein Screening zur Erfassung von bestimmten Auffälligkeiten bei traumatischer Vorbelastung.

Gerade die Besprechung des Verlaufs, der Vergleich zwischen klinischem Eindruck, eigenem Gefühl und gegebenen Antworten in den Fragebögen hilft oft deutlich, um individuelle Problematiken wahrzunehmen und zu benennen, Aspekte, die manchmal zunächst versteckt sind oder für die es zu Beginn der Therapie noch gar keine Worte gibt. Aber es erhöht auch die Zuversicht, wenn man die langsamen und fast unmerklichen Verbesserungen fassbar machen kann. Denn analytische Therapien dauern in der Regel mehrere Jahre, oft ohne schnelle Aha-Erlebnisse, ohne plötzliche überraschende Erkenntnisse. Die langsamen Veränderungen, die dafür umso nachhaltiger sind, "schwarz auf weiß" zu betrachten, bzw. in farbigen und eingängigen Tabellen visualisiert zu sehen, ist für viele Patienten sehr spannend und erhellend.